Erneut ist die rechtsextremistische AfD heute in Hersbruck mit einem Infotisch aufgetreten. Es war der zweite Auftritt der Rechtsextremist*innen innerhalb weniger Wochen – diesmal haben wir zum Glück rechtzeitig davon Wind bekommen und konnten lautstarken Gegenprotest organisieren. Über 50 Antifaschist*innen versammelten sich ab 9:30 Uhr vor dem Hirschbrunnen am Oberen Markt. In mehreren Redebeiträgen und mit viel Musik wurde bis zum Abzug der Nazis demonstriert.
Wir vertreten die Einschätzung, dass sich die Rechtsradikalen den Termin bewusst ausgesucht haben, weil zeitgleich auch in Lauf eine große Kundgebung gegen den Antritt der Partei bei den kommenden Kommunalwahlen stattfand. Die Nazis erhofften sich wohl einen erneut störungsfreien Auftritt und eine damit einhergehende weitere Normalisierung in der lokalen Öffentlichkeit – das haben sie im Nachgang auch indirekt in der Presse bestätigt. Diesmal haben sie die Rechnung aber ohne uns gemacht. Die zahlreiche Teilnahme an der Protestkundgebung ist vor allem wegen der gleichzeitig in Lauf stattfindenden Kundgebung ein voller Erfolg.

Wie schon an anderer Stelle gesagt, ist es der rechtsextremistischen AfD auch wegen wiederholter Gegenproteste bei ihren öffentlichen Auftritten in Hersbruck nicht gelungen, zur Kommunalwahl eine Liste aufzustellen. Fast niemand will mit der Partei hier in Verbindung gebracht werden. Das bestätigt auch die beim Infostand anwesende Vorsitzende des Ortsverbands Alexandra Paul in der Presse. Von unserer Einordnung, dass die Partei es nicht einmal mit ihren unterirdischen Ansprüchen an Kandidat*innen schafft, eine Liste aufzustellen, fühlte sie sich scheinbar derart provoziert, dass sie kommentieren musste: Es gäbe sehr wohl „gute Leute, unter anderem Geschäftsleute aus Hersbruck“, doch die wollten nicht auf die Liste, aus Angst Kunden zu verlieren. Sie schafft es dabei, ihren eigenen Sympathisanten öffentlich Feigheit zu unterstellen. Das nennen wir eine erfolgversprechende Personalstrategie. Es beweist vor allem die eigenen, nicht vorhandenen politischen Fähigkeiten und bestätigt unsere Einschätzung. Die angeblichen AfD-Sympathisant*innen beweisen immerhin Gespür, wenn sie befürchten, dass es in Hersbruck Konsequenzen hat, sich öffentlich zu Rechtsradikalen zu bekennen. Frau Paul kann unseren Informationen nach eigentlich selber ein Lied davon singen.

Auch in Lauf haben heute etwa 500 Menschen gegen die AfD demonstriert. In zahlreichen wurde Redebeiträgen deutlich gemacht, dass ihre Menschenverachtung inakzeptabel ist und sie auf den Straßen, in den Stadt-, Gemeinde- und Kreisräten und auch in allen übrigen Parlamenten nichts zu suchen hat. Wir waren auch dort präsent und haben einen Redebeitrag gehalten.
Auch in den nächsten Wochen bleiben wir wachsam und werden nicht zulassen, dass die Nazis ungestört in Hersbruck auftreten können.
Bei den Nürnberger Nachrichten erschienen zwischenzeitlich diese Berichte:
- Oberer Markt Hersbruck: Grüne und „Hersbruck ist bunt“ mit Demo
- Lautstarke Demonstration gegen die AfD auf dem Laufer Marktplatz
Hier findet ihr einen unserer Redebeiträge aus Hersbruck und unsere Pressemitteilung.
